Schutz für Knochen und Gelenke durch das Tragen von Sportbandagen beim Sport.
Das Karpaltunnelsyndrom beschreibt die Einengung eines Nerves, der sich in einer bindegewebigen Röhre des Handgelenks befindet. Diese, als Karpaltunnel bezeichnete Röhre, befindet sich an der Innenseite des Handgelenks und wird im Boden- und Seitenbereich von den Handwurzelknochen, im Dachbereich von einem Bindegewebsband gebildet. Der Tunnel beinhaltet, neben Sehnen von Handbeugemuskeln, den Nervus medianus. Dieser ist für die motorische Innervation einiger Handmuskeln, sowie die sensible Hautinnervation innerhalb des besagten Bereiches zuständig. Er trägt somit zu wichtigen Funktionen der Hand bei, und sollte vor Störungen geschützt werden. Das Karpaltunnelsyndrom kann Sensibilität und Motorik der Hand soweit beeinträchtigen, dass einige Bewegungen kaum noch möglich sind und der Tastsinn fast vollständig verloren geht.
Neben Über- und Dauerbelastung der Muskeln, deren Sehnen den Karpaltunnel durchziehen, gibt es einige Menschen, die für eine solche Erkrankung vordisponiert sind. Berufe, die mit manueller Arbeit verbunden sind, sowie Sportarten, welche eine Bewegung des Handgelenks und der Finger voraussetzen, können eine schädigende Auswirkung auf die Sehnen haben. Eine Sehnenscheidenentzündung wird dadurch begünstigt. Diese zählt zu den prädisponierenden Faktoren. Hinzukommend gehören eine vorbestehende Enge, durch ein verkürztes Bindegewebsband oder eine bereits bestehende Infektion im Handgelenksbereich zu den Risikofaktoren. Als Folge können Gewebsschwellungen auftreten, welche einen überdurchschnittlichen Druck im Karpaltunnel erzeugen und somit den Nervus medianus abdrücken.
Weitere Faktoren, die eine Verengung des Karpaltunnels mit sich bringen können, sind Hand- und Unterarmfrakturen, manuelle Arbeit, Handgelenkbelastendender Sport, sowie bereits bestehende Infektionen der Sehnenscheiden.
Nach Über- oder Dauerbelastungen durch manuelle Arbeit oder Sportarten wie Tennis und Rudern, kann es zu einschleichenden Symptomen des Karpaltunnelsyndroms kommen. Sie beginnen mit nächtlichen Schmerzen oder einem Gefühl des Kribbelns in der Hand. Dies deutet auf einen gesteigerten Druck im Handgelenksbereich hin, der die Funktion des Nerves jedoch noch nicht sehr stark beeinträchtig. Wird die Belastung weiter fortgeführt kann es später zu Schmerzen auch in Ruhephasen, sowie tagsüber kommen. In schwerwiegenden Fällen bilden sich die Muskeln, welche durch den Nervus medianus innerviert werden, auf Grund der Mangelinnervation, langsam zurück. Dies äußert sich durch eine Abschwächung des Daumenballens. Die Motorik der Handmuskulatur lässt nach, Funktionen wie das Zupacken eines Glases sind nur noch schwer möglich. Mit zunehmendem Druck innerhalb des Karpaltunnels, wird der Nerv weiterhin geschädigt. Nachdem auch das Tastempfinden in der Hand abgenommen hat, vermindert sich nach geraumer Zeit der Schmerz, da nun die Schmerzfasern des Nerves ebenfalls zerstört werden.
Insgesamt ist ein progredienter Verlauf zu beobachten, der bis hin zu völliger Unterversorgung der Muskulatur und Sensibilität der Hand führen kann. Dies bedeutet, dass eine Therapie in einem frühen Stadium stattfinden muss, um schwerwiegende Folgen zu unterbinden.
Die konservative Therapie kann in frühen Stadien eingesetzt werden. Dies sollten Phasen sein, in denen die Bewegung der Hand noch nicht so stark eingeschränkt ist, dass auf eine dauerhafte Schädigung des Nervus medianus geschlossen werden kann. Sowohl Nacht- als auch Tagschienen können eingesetzt werden, ebenso sind Stützverbände und Sportbandagen von großer Hilfe. Diese erzielen ihre Wirkung, indem sie den Karpaltunnel "öffnen", was soviel wie die Dehnung des bedeckenden Bandes bedeutet. Die querverlaufenden Bänder werden dementsprechend verlängert, der Druck auf den wichtigen Nerv verringert.
Hinzukommend können Kälteverbände genutzt werden, um eine Entzündung zu lindern oder gar zu vermeiden. Wärmeverbände fördern die Durchblutung der Handmuskulatur und verhindern somit vorzeitigen Funktionsverlust und Rückbildung. Der Erfolg der Therapie hängt vom zeitigen Beginn ab, vollständige Herstellung der Funktion durch die Handgelenkbandagen und Verbände ist jedoch häufig.
Die operative Behandlung wird vorgenommen, wenn die konservative Therapie erfolglos war oder die Symptome eine fortgeschrittene Krankheit darstellen. Die Eröffnung des Karpaltunnels findet oft ambulant in Arztpraxen statt. Diverse Schnittmethoden, im Bereich der Handgelenksbeuge, setzen auf den Einsatz minimaler Inzisuren ohne Störung natürlicher Falten. Somit wird eine starke Narbenbildung unterbunden. Durch die operative Eröffnung und die Druckentlastung auf den Nervus medianus, können bleibende Schäden vermieden werden.
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Karpaltunnelsyndrom: Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Verletzung im Bereich des Handgelenks